Zurück zur Übersicht
ArubaOS-CX 25. August 2022 Frank Anstötz

ArubaOS-CX Unterbrechungsfreie Firmware-Updates

Die ArubaOS-CX Switches der Serien 6400, 8300 und 8400 bringen das Feature VSX (Virtual Switching Extension) mit, bei der zwei Switches in einem Cluster eingesetzt werden können. Im Gegensatz zu den aus der Aruba-Welt bekannten Clustertechnologien wie IRF (Comware Switches) und VSF (ArubaOS-S Switches) bilden die Komponenten dabei nicht vollständig eine logische Einheit, sondern erscheinen nur auf Layer 2 als solche. Dies ermöglicht beispielsweise die redundanztechnisch wichtige Multichassis Link Aggregation (MLAG, auch VSX LAG genannt). Control- und Management Planes der Switches bleiben jedoch getrennt. Hierdurch sind insbesondere beide Switches separat zu verwalten, was durchaus als Nachteil dieser Lösung gegenüber den oben genannten Technologien betrachtet werden kann. Einer der wichtigsten Vorteile der geringeren Integration zwischen Komponenten ist jedoch, dass sich im ArubaOS-CX Cluster unterbrechungsfreie Firmware Updates deutlich einfacher umsetzen lassen als man es beispielsweise von IRF her kennt.

Mit ISSU (In Service Software Upgrade) hat man bei IRF bereits ein Upgradeverfahren, welches die Aktualisierung von Switches in einem Cluster im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung produktiver Datenströme ermöglicht. Dies ist technisch nicht trivial, da für einen Clusterbetrieb immer auch eine identische Softwareversion Voraussetzung ist. Diese Bedingung muss im Rahmen eines Upgrades jedoch zwangsläufig zumindest temporär verletzt werden. ISSU ermöglicht ein solches Upgrade, jedoch sind die Prozeduren dahinter kompliziert und, insbesondere im Fall eines incompatible ISSU, fehleranfällig.

VSX ermöglicht nun eine viel einfachere Vorgehensweise, da hier nicht die Notwendigkeit gemeinsamer Control- und Managementplanes besteht. Vielmehr sind diese logischen Einheiten vor, während und nach einem Upgrade jeweils ohnehin separiert. Für das Upgrade wurde ein einfaches CLI-Kommando vorgesehen, der Rest geschieht automatisch.

Wir wollen hier einen Überblick über ArubaOS-CX Firmware Updates geben und überprüfen, inwieweit man dabei wirklich von einem „hitless" Upgrade, also ohne den Verlust produktiver Daten während des Upgrades, sprechen kann.

Hierzu haben wir zwei Aruba 8325 Switches in ein VSX Setup gebracht. An die 8325 wurden zwei Aruba 2930F-8G als Access Switches für den Test angeschlossen.

In der folgenden Darstellung ist der Versuchsaufbau zu sehen:

VSX-Konfiguration auf den 8325

8325-1(config)# interface lag 128
8325-1(config-lag-if)# no routing
8325-1(config-lag-if)# no shutdown
8325-1(config-lag-if)# lacp mode active
8325-1(config-lag-if)# exit
8325-1(config)# interface 1/1/47
8325-1(config-if)# no shutdown
8325-1(config-if)# lag 128
8325-1(config-if)# interface 1/1/48
8325-1(config-if)# no shutdown
8325-1(config-if)# lag 128

8325-2(config)# interface lag 128
8325-2(config-lag-if)# no routing
8325-2(config-lag-if)# no shutdown
8325-2(config-lag-if)# lacp mode active
8325-2(config-lag-if)# exit
8325-2(config)# interface 1/1/47
8325-2(config-if)# no shutdown
8325-2(config-if)# lag 128
8325-2(config-if)# interface 1/1/48
8325-2(config-if)# no shutdown
8325-2(config-if)# lag 128

8325-1(config)# vsx
8325-1(config-vsx)# inter-switch-link lag 128
8325-1(config-vsx)# role primary

8325-2(config)# vsx
8325-2(config-vsx)# inter-switch-link lag 128
8325-2(config-vsx)# role secondary

Auf einen Keepalive-Link haben wir verzichtet, da dieser keinen Einfluss auf die Versuchsanordnung bzw. den durchzuführenden Test hat.

Die 2930er wurden über die MLAGs LAG1 und LAG2 jeweils an beide Chassis angeschlossen. Hier zunächst die MLAG Konfiguration der 8325er:

MLAG-Konfiguration der 8325er

8325-1(config)# interface lag 1 multi-chassis
8325-1(config-lag-if)# no routing
8325-1(config-lag-if)# no shutdown
8325-1(config-lag-if)# lacp mode active
8325-1(config-lag-if)# exit
8325-1(config)# interface 1/1/1
8325-1(config-if)# no shutdown
8325-1(config-if)# lag 1

8325-1(config)# interface lag 2 multi-chassis
8325-1(config-lag-if)# no routing
8325-1(config-lag-if)# no shutdown
8325-1(config-lag-if)# lacp mode active
8325-1(config-lag-if)# exit
8325-1(config)# interface 1/1/2
8325-1(config-if)# no shutdown
8325-1(config-if)# lag 2

8325-2(config)# interface lag 1 multi-chassis
8325-2(config-lag-if)# no routing
8325-2(config-lag-if)# no shutdown
8325-2(config-lag-if)# lacp mode active
8325-2(config-lag-if)# exit
8325-2(config)# interface 1/1/1
8325-2(config-if)# no shutdown
8325-2(config-if)# lag 1

8325-2(config)# interface lag 2 multi-chassis
8325-2(config-lag-if)# no routing
8325-2(config-lag-if)# no shutdown
8325-2(config-lag-if)# lacp mode active
8325-2(config-lag-if)# exit
8325-2(config)# interface 1/1/2
8325-2(config-if)# no shutdown
8325-2(config-if)# lag 2

LACP Trunk Konfiguration der 2930er

2930-1(config)# trunk 9,10 trk1 lacp
2930-2(config)# trunk 9,10 trk1 lacp

Allen Switches wurde im VLAN 1 eine IP-Adresse im Bereich 192.168.1.0/24 vergeben. Das Upgrade-Kommando auf dem primären VSX-Switch lautet:

Firmware-Update durchführen

8325-1# copy sftp firmware 192.168.1.100 /firmware/ArubaOS-CX_10_10_xxxx.swi primary
8325-1# boot system primary

Das VSX-System koordiniert dabei automatisch den Upgrade-Prozess: Zunächst wird der sekundäre Switch aktualisiert und neu gestartet, anschließend übernimmt dieser die Rolle des primären Switches, während der ursprüngliche primäre Switch aktualisiert wird. Während des gesamten Vorgangs bleibt der Datenverkehr über den jeweils aktiven Switch unterbrechungsfrei erhalten.